Die unterschiedlichen Fahrzeuge der Flachstrecke der Oberweißbacher Bergbahn sind mit keinem vertretbaren Aufwand mehr zu unterhalten, da jedes
Fahrzeug anders ist. Im September 1982 ist der erste Triebwagen als ET 279 201 wieder zur Hauptinstandsetzung fällig, der nächste im Jahr darauf. Die Rbd Erfurt beantragt bei der Direktion Ausbesserungswerke der Deutschen Reichsbahn und dem Ministerium für Verkehrswesen eine Vereinheitlichung der Fahrzeuge und den Umbau des Steuerwagens in einen 3. Triebwagen. Begünstigt wird der Antrag auf Umbau durch gleiche Probleme mit den elektrischen Triebwagen auf der Strecke Müncheberg - Buckow,
die von der Hauptverwaltung S-Bahn betrieben wird. So ergibt sich die Möglichkeit, weitgehend vereinheitlichte Fahrzeuge für “Buckow” und “Oberweißbach” zu bauen. Als “BR 279.2” wird ein neuer Fahrzeugtyp konstruiert, der sich allerdings in den äußeren Abmessungen für “Buckow” und “Oberweißbach” unterscheidet. Im Raw Berlin-Schöneweide läuft die Modernisierung der S-Bahn-Züge der Baureihe 475 zur BR 476. Von diesem Vorhaben
fließen Komponenten bei der Gestaltung des Wagenkastens und der Türen ein. Viele Bauteile der neuen Baureihe 279.2 stammen aus den Straßenbahnen der Bauart Gotha, die zu dieser Zeit im Raw Berlin-Schöneweide Hauptinstandsetzungen erhalten. So sind die Fahrschalter, Motoren Widerstände und Stromabnehmer von der Straßenbahn. Es wird ein Neufahrzeug konstruiert und gebaut, das den Anforderungen der Oberweißbacher Bergbahn entspricht und mit 6,5 m Achsstand auf der Güterbühne nach
Lichtenhain auf die Flachstrecke der Oberweißbacher Bergbahn transportiert werden kann. Zu dieser Zeit stehen noch keine neuen Seitenfenster für die S-Bahn zur Verfügung. Deshalb werden alte Seitenwand-Fallfenster umgebaut, mit Klappe versehen und so in den ET 279 201 eingebaut. - Er wurde zum Erprobungsträger für die Berliner S-Bahn. Der Umbau der Fenster erwies sich als zu aufwendig, weshalb zum Serieneinsatz neue gebaut wurden, die dann auch bei den folgenden “Umbauten”
(Neubauten) der “Oberweißbacher” eingesetzt wurden. Von den alten Fahrzeugen wurden nur Ausrüstungsbauteile wiederverwendet. Alle drei Fahrzeuge sind Neubauten. 1983 wurde der zweite Triebwagen zum “Umbau” angeliefert und 1984 der Steuerwagen als 3. Triebwagen neu aufgebaut. So haben die drei einheitlichen Triebwagen eine völlig unterschiedliche Geschichte. Vielen Dank den Kollegen der
Abt. Konstruktion der “Hauptwerkstatt S-Bahn” in Berlin Schöneweide, für die Informationen und die zur Verfügung gestellten Unterlagen; Erfurt, den 17.02.2007 |